(Beiersdorf-Freudenberg) Das Land Brandenburg hat gemeinsam mit Niedersachsen, Hessen und der Volkswagen AG die Fortsetzung der seit 2003 bestehenden Forschungskooperation „Biomasse für SunFuel“ beschlossen.
SunFuel steht für Biokraftstoff, der synthetisch aus Biomasse hergestellt wird und auch unter dem Namen Biomass-to-Liquid (BtL)-Kraftstoff bekannt ist. „Für die Kraftstoff- und Antriebsstrategie von Volkswagen ist es wichtig, alle Aspekte zur Gewinnung von biogenem Kraftstoff nachhaltig und intensiv zu untersuchen. Nur so können wir eine langfristige Versorgung mit Biokraftstoffen sicherstellen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz in Potsdam (mluv.brandenburg.de).
Im Vordergrund der ersten Phase 2004 bis 2009 stand die Ermittlung des landwirtschaftlichen Biomassepotenzials einschließlich sozioökonomischer und ökologischer Betrachtungen. Die jetzt beginnende zweite Phase setzt den Schwerpunkt der Forschungsarbeit auf holzartige Biomasse sowie aus der Wald- und Landschaftspflege. Gleichzeitig werden Möglichkeiten der Gewinnung von Biomasse aus schadstoffbelasteten Grünlandstandorten, von Algen und aus der Aufbereitung von Treibgut untersucht.
Brandenburgs Anteil an dieser Forschungskooperation ist ein „Demonstrationsvorhaben zum streifenweisen Anbau von schnell wachsenden Hölzern auf erosionsgefährdeten Flächen“. Das Projekt soll im nächsten Jahr beginnen und neben Untersuchungen zum Erosionsschutz auch Aussagen zur Verbesserung des Humusgehaltes, der Biodiversität und des Landschaftsbildes enthalten.
Die ebenfalls in Brandenburg ansässige Energiegenossenschaft Freudenberg eG wird jetzt auf Basis des Biomass-to-Liquid (BtL)-Verfahren hochwertigen Dieselkraftstoff produzieren. Unter der Marke CEHATROL® wird dieser ausschließlich aus biogenen Roh- und Reststoffen gewonnen. Es kommt vorzugsweise Stroh aus der Region zum Einsatz, so dass mit einer nahezu ausgeglichenen CO2-Bilanz kalkuliert werden kann.
Gegenwärtig werden vier Produktionsanlagen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern projektiert. Das Dieseldeputat, das nach DIN EN 590 zertifiziert und deshalb bedenkenlos in allen herkömmlichen Dieselaggregaten und –motoren eingesetzt werden kann, wird zu den Produktionskosten an Genossenschaftsmitglieder abgegeben. Dieser liegt bei 0,48 EUR/l und ist aufgrund der staatlichen Steuerbefreiung bis mindestens 2015 fix.
Wer sich für einen langfristig kalkulierbaren Kraftstoffpreis bzw. eine größere Unabhängigkeit von den Schwankungen der Rohölpreise interessiert, kann sich auf dem Internet-Portal www.eg-freudenberg.de über die verschiedenen Möglichkeiten einer Mitgliedschaft informieren.



